Freewing Venom – Erste Hilfe

Motivation

Der Pfingstsonntag 2018 wird bei Flying Tom nicht in bester Erinnerung bleiben. Der Erstflug der Freewing Venom endete heftig auf der Nase. Dieser Blog hat darüber berichtet (Freewing Venom – Erstflug mit „Aussenlandung“). Die Beschädigungen sind allerdings nicht so gravierend, und der arbeitsfreie Pfingstmontag verspricht Flugwetter. Es gilt also, die Venom über Nacht wieder flugbereit zu bekommen.

Reparatur des Rumpfs

Die Risse im EPO-Schaum scheinen keine tragenden Teile verletzt zu haben. Sie werden mit UHU-Por verklebt. Zur Sicherheit inspizieren wir das Innere des Rumpfes mit der Endoskop-Kamera. Es sind keine Strukturschäden zu finden.

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Reparatur des Fahrwerks

Die Klappen des Bugfahrwerks werden entfernt, soweit sie nicht bereits abgebrochen sind.

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Unter der Venom-Nase entsteht so ein grosses Loch. Das sieht nicht mehr sehr scale aus. Doch damit kann man vorübergehend leben.

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Der wacklige Freewing Landing-Gear-Cabin-Sequencer fliegt raus. Das heisst, wir verzichten auf das Schauspiel mit den Fahrwerksklappen. Diese sind ohnehin weg. Die Anschlüsse für die Klappen-Servos (1) und die Positionslichter (2) werden abgezogen und liegen bis auf weiteres unbenutzt im Cockpit. Die Positionslichter brennen jetzt natürlich auch nicht mehr. Das Kabel zu den drei Einziehfahrwerken (3) wird ebenfalls abgezogen und direkt im Gear-Port des Empfängers eingesteckt, wo bisher der Sequencer angeschlossen war.

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Das Einziehen des Fahrwerks wird jetzt direkt durch Sender gesteuert. Der Sequencer geht in die Ersatzteilkiste, oder noch besser ins Elektromüll-Recycling. Wir werden ihn nicht ersetzten. Sollten wir die Fahrwerksklappen je reparieren, werden sie mit einem etwas weniger verspielten Ansatz über die Sequencing-Funktionen des iX12-Senders und einen zusätzlichen Kanal des Empfängers gesteuert. Deswegen entfernen wir die Servos der Fahrwerksklappen vorerst nicht.

Telemetrie 1: Akku-Temperatur

Wir waren anfänglich von der hohen Temperatur des Lipo-Akkus nach der „Landung“ geschockt. So heiss war bisher noch keiner geworden. Das Internet weiss aber, auch wenn es sich nicht ganz einig ist, dass es schon mal zwischen 50-60°C sein können, dürfen und sogar sollen. Wir wollen das überwachen und bauen in unserem Telemetrie-Setup noch einen Temperatursensor ein. Diesen, der schwarze Draht mit der roten Endschleife auf dem Bild unten, klemmen wir unter dem Akku ein. Die Temperatur lassen wir auf dem Telemetrie-Display unten rechts anzeigen und durch einen Voice-Alert alle 30 Sekunden ansagen.

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Telemetrie 2: X-Bus für GPS

Da wir den Empfänger für den Anschluss des neuen Temperatur-Sensors ohnehin aus seinem Schacht ziehen müssen, stecken wir gleich noch ein X-Bus-Kabel mit ein. Über dieses werden wir demnächst das GPS-Modul anschliessen, um ein paar Geschwindigkeitsmessungen machen zu können.

Telemetrie 3: Akku-Spannung

Die Telemetrie-Überwachung der Akku-Spannung hatten wir von Anfang an eingebaut und mit einem Voice-Alert im 20-Sekunden-Takt versehen. Jetzt müssen wir nur noch die Lautstärke der iX12 hoch drehen, damit wir ihn auch hören können.

Der zweite Erstflug

Wir haben es geschafft. Die Venom fliegt wieder. Drei Flüge und drei Akku-Ladungen später sind wir immer noch begeistert.

Die Telemetrie funktioniert bestens. Wir müssen nur noch die iX12 dazu bringen, dass sie etwas deutlicher spricht. Gelegentlich fängt sie auch mit dem nächsten Voice-Alert an, bevor der letzte fertig gesprochen ist.

Die Temperatur der Akkus (4300 mAh, 30C/60C) hat bei den drei Flügen mit viel Vollgas regelmässig 50°C überschritten. Der Maximalwert war 57. Die Flüge dauerten jeweils nur knapp drei Minuten. Wir waren etwas übervorsichtig und landeten bei der ersten Telemetrie-Ansage unter 21 Volt. Da ist sicher noch eine gute Minute zu holen.

Trotz Ballast-Reduktion von 25 Gramm haben wir immer noch 30 Schritte Höhe getrimmt. Damit die Venom für die Geschwindigkeitsmessungen sauber in der Luft liegt, nehmen wir wohl noch einmal mindestens 30 Gramm raus. Zum Akku von 630 Gramm haben wir dann noch ca. 40 Gramm Blei in der Nase.

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Hangar-Eintrag/Baubericht: Freewing Venom  

Ein Gedanke zu “Freewing Venom – Erste Hilfe

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