Jeti DS-16 – Das Unboxing

Unboxing?

Wikipedia definiert Unboxing so:

Unboxing is the unpacking of products, especially high tech consumer products, where the process is captured on video and uploaded to the Internet.

Ist es das was wir hier tun? – Zumindest das mit dem High-Tech-Produkt stimmt. Es gibt nicht viel highere Tech als einen Jeti-Sender. Und auspacken tun wir auch was.

Aber du wirst bemerkt haben, dass du nicht ein Video anschaust, sondern eine Blog-Beitrag liest. Und, darüber schweigt sich Wikipedia zwar aus, aber das versteht sich von selbst: Das Produkt sollte neu sein und die Verpackung bisher ungeöffnet. Stimmt bei uns beides nicht.

Aber der Reihe nach.

Braucht es einen Wechsel?

Ja, noch nicht allzu dringend, aber je länger je mehr. Unsere Spektrum DX9s sind schon etwas in die Jahre gekommen und fallen technologisch langsam zurück. Als Nachfolger hatten wir zu Weihnachten schon mal die DX20 auf dem Wunschzettel. Wir waren uns aber nicht wirklich sicher, wie viel Leading-Edge-Technologie man für diesen schmerzhaften Preis wirklich bekommt. Die neue iX12, welche innerhalb der nächsten zwei Monate in der Schweiz erhältlich sein müsste, scheint für uns die vernünftigere Wahl zu sein.

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Vielleicht ist das hier aber gerade der richtige Ort und die richtige Zeit für ein politisches Statement: Die USA haben gewählt und rennen jetzt dem Herrn Trump hinterher auf seiner Reise zurück ins Zeitalter der Familie Feuerstein. Deshalb werde ich bis auf weiteres keine allzu amerikanischen Produkte mehr kaufen. Ich brauche weder Steinäxte noch Keulen. Mein Embargo gilt aber selbstverständlich nicht für Muscle-Cars von GM, Mopar and Ford, insbesondere nicht für ’69er und ’70er Mustangs und Mercury Cougars mit 351-Cleveland-Motoren, Harley-Davidson-Motorräder, Weber-Grills, Hamburger jeglicher Machart, Beef Brisket, Philly-Cheesesteak and Elvis. Diese Liste ist nicht abschliessend.

Warum Jeti?

Alles in allem waren wir bisher ziemlich zufrieden mit Spektrum-Produkten. Wobei das „ziemlich“ schon darauf hindeutet, dass da noch einiges an Stoff für zukünftige Blog-Beiträge schlummert. Ich verkneife es mir ausdrücklich, hier wieder zu lamentieren über das sang- und klanglose Verschwinden von DSM2 im Zuge der Anpassung von Europäischen Regelungen der Telecommunikation (Version 1.8.1 von ETSI EN 300 328, in Kraft seit 01.01.2015, siehe „Kein DSM2 mehr in Europa?„). Seit damals müssen wir uns mit den bekannten und ungeliebten EU-Suffixen in den Produkt-Nummern der Spektrum-Sender abfinden, zum Beispiel SPM9900EU bei der DX9 Black Edition. Diese beiden Buchstaben bedeuten, dass wir weniger bekommen als die Spektrum-Kunden in anderen Teilen der Welt.

DSM2 ist auf Geräten, welche offiziell für die EU zugelassen sind, nicht mehr verfügbar. Ebenso fehlt die 11ms Taktrate. Dies ist für jeden Benutzer offensichtlich. Wir bekommen nur die langsameren 22ms. Nicht, dass ich in der Lage wäre, diesen Unterschied im normalen Flugbetrieb zu spüren. Aber was könnte da sonst noch alles im Verborgenen fehlen? Ein paar Milliwatt Sendeleistung hier und da? Du weisst es halt einfach nicht.

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Welches RC-System ist das beste? Diese relativ sinnfreie Diskussion braucht hier nicht geführt zu werden. Für mich gab es aber ein prägendes Vorkommnis bei einem an sich sehr erfolgreichen Hangsegel-Event auf dem Hahnenmoos. Da steht man zwischen all den Futabas, Jetis, Multiplexen and Graupnern und plötzlich meldet die DX9: „Flight pack: no data“. Die Telemetrie-Verbindung zu unserer E-Tomcat ging wiederholt verloren, noch lange bevor an der Sichtgrenze geflogen wurde. Die Steuer-Verbindung hingegen blieb glücklicherweise so stabil wie immer. Trotzdem hinterliess dieser Tag nicht nur einen Sonnenbrand auf der Nasenspitze, sondern auch einen diffusen nagenden Zweifel. Soweit ich weiss hatte keiner der Kollegen ein ähnliches Problem an jenem Tag. Reichweite zählt hat schon, wenn man mit den Grossen hoch da oben ist.

Jeti wird in Tschechien entwickelt und gebaut, in Europa. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Jeti-Leute grosses Interesse daran und das nötige Know-how haben, für ihre europäischen Kunden das Maximum aus ETSI EN 300 328 herauszuholen. Für uns hat es sich zudem gelohnt, auch mal etwas technische Dokumentation über das Jeti Duplex 2.4GHz EX System zu lesen. Das wollen wir haben.

Warum gerade jetzt?

Die Jeti DS-16 kostet mehr als das Dreifache unserer DX9. Sogar auf eine DX20 müsste man noch einen Hunderter drauflegen. Für unseren Jeti-Einstieg wollten wir uns nicht in solche Unkosten stürzen. So lagen wir geraume Zeit auf der Lauer nach einer preiswerten Gebrauchten. Wir haben ein paar Auktionen auf ricardo.ch verloren, und von den Wühltischen im Fachhandel sind wir auch immer mit leeren Händen zurück gekommen.

In diesen Tagen ergab sich eine Gelegenheit bei modellmarkt24.ch. Ein Vorführmodell, eine Saison im Einsatz. Mode 2. Endlich! – Gekauft!

Und nun das Unboxing

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Es hat etwas von einer Matrjoschka-Puppe. Nicht weniger als 4 Schichten sind abzutragen, bis man den Sender in Händen hält. Zuerst die Transport-Schachtel, dann eine Schicht Polystyrol-Schaumteile. dann die glänzende Verkaufsverpackung und dann noch den hochwertigen Aluminium-Koffer mit Schaumgummi-Füllung.

So, dies alles haben wir bekommen:

  1. Sender DS-16 inklusive 5’200 mAh Li-Ion-Akku
  2. Ladegerät
  3. USB-Kabel
  4. Handbuch
  5. Tragriemen
  6. Ein paar Jeti-Duplex-Kleber

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Und wie geht’s jetzt weiter?

Aufhören werden wir mit Spektrum RC nicht. Unsere Modelle und Ersatzteilkisten sind nach wie vor voll von hochwertigen Spektrum-Produkten. Und die iX12 steht übrigens immer noch auf der Wunschliste. Die DS-16 werden wir vor allem dort einsetzen, wo es in Sachen Reichweite an die Grenzen geht, vor allem bei den grossen (und teuren) Seglern.

Wenn wir jetzt schon einen von Jetis Duplex-Empfängern hätten, wären wir wohl bereits am Testen und Schreiben. Leider haben wir es versäumt, mit dem Sender auch gleich einen passenden Empfänger zu beschaffen. Etwas Geduld, bitte …

7 Gedanken zu “Jeti DS-16 – Das Unboxing

  1. Oh Mist… Hatte heute das gleiche Schlüssel-Erlebnis mit meiner DX9, einem AR6600T und dem Variometer. Nicht immer, aber wiederholt auf 120-160m Höhe ‚No data‘. So ein Dreck, ich glaub es einfach nicht. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass ich den Satelliten zum Empfänger nicht verwendet habe?!?!

    Muss mal forschen
    Martin

    • So, nun – denke ich – habe ich es geblickt. Meine in einem EasyGlider 4 eingebaut Kombination aus AR6600T und Spektrum Variometer produziert mit einer DX9 ab 120m Höhe in 2/3 der Fälle „Altitude No Data!“, mit einer DX6 G2 das Gleiche ab 150m und mit einer DX6 G3 ist es gut. Also habe ich die beiden Antenne nach aussen geführt (in einer Schaumwaffel!!), schön weit weg von Elektronik und Lipos und siehe da, guter Telemetrieempfang bis 200m (höher habe ich mich nicht getraut, ich erkannte die Fluglage schon nicht mehr zuverlässig…)

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