Lipo-Akkus selber „umbauen“

Woran erkennt man den Perfektionisten in unserem Hobby? – Genau! – Daran, dass er nichts, aber auch gar nichts, einfach so von der Stange kaufen und in seine Modelle einbauen kann, ohne noch daran herum zu werkeln, es zu verschönern oder zu verbessern. Bei Flying Tom wurde heute das nächste Level erreicht.

Wenn Dich auf folgendem Bild nichts stört, dann brauchst Du diesen Blog-Beitrag nicht weiter zu lesen. Du würdest es nicht verstehen.

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Du hast weiter gelesen! Dich stört der rote Gnubbel am Ansatz der Stromkabel also auch.

Zwar würde der Akku mit Ach und Krach und Hängen und Würgen auch so in den Rumpf meiner RCRCM-Sunbird passen. Ich hatte aber eine 30mm-Lösung für einen 30mm-Akku entworfen und zwei 30mm-ePower-Akkus bei meinem Hoflieferanten eflight.ch mit Hilfe des Akkufinders nach Mass bestellt. 30 Millimeter sind es auf obigem Bild vom Daumen bis zum Finger. Was wir hier haben sind streng genommen 38 Millimeter. Das kann so nicht bleiben. „Ein Modell soll nicht nur fliegen, sondern auch von der gestalterischen Kraft und dem handwerklichen Geschick des Erbauers künden.“  hat mal so ein Pedant … äh Perfektionist gesagt. – Ach, das war ich ja selber! – Vor jedem Start würde ich mich über dieses Geschwür ärgern. Es geht hier um mein Seelenheil.

Beim Hersteller nachgefragt ist zu erfahren, dass das so noch innerhalb der Fertigungstoleranzen liege, und dass bei diesen handwerklich hergestellten Akkus mit Schwankungen in den Dimension zu rechnen sei. Das ist plausibel und lässt sich durch Stichproben in meinem Akku-Lager belegen. Also kein Herstellungsfehler, kein Ersatz. Was nun?!

Ich würde im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte nie Hand an einen Lipo-Akku legen. Kurzschluss, Feuer, Explosion. Viel zu gross ist mein Respekt vor deren pyrotechnischen Brisanz. Wenn man aber schon mal in Kontakt mit den Spezialisten ist, kann man vielleicht noch was lernen. Zum Beispiel, wie sich so ein Gnubbel gerade ziehen lässt, ohne dass einem das Haus abbrennt. So ist es dann auch. Aus Nassenwil kommt nicht nur das Angebot, mein Ungemach nach Aufwand für 80 Stutz die Stunde vom Spezialisten aus der Welt schaffen zu lassen. Per Email erhalte ich auch die Anleitung für das Do-It-Yourself. Besten Dank, und ab geht’s in den Modellbau-Keller.

Also: Zuerst den roten Schrumpfschlauch mit dem Skalpell vorsichtig aufschneiden und entfernen. Der Perfektionist achtet darauf, dass die Etiketten mit den Spezifikationen und den Warnhinweisen keine Schäden erleiden. Diese schneiden wir anschliessend fein säuberlich aus und bewahren sie zur Wiederverwendung auf. Der aufgeklebte weisse Kunststoff-Streifen, welcher die Kabelseite des Akkus schützt, wird auch entfernt.

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Nun kommt der Teil, bei welchem viel, viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Mit der feinen Zange werden die Stromkabel, die jetzt noch waagrecht aus aus dem Akku heraus stehen, um ca. 90 Grad in die Senkrechte gebogen, und zwar möglichst nahe am Akku. Dabei sollen weder die Litzen geknickt, noch die Lötstellen abgerissen, noch die darunter liegenden Platinen zerbrochen werden. Zudem kommt man mit der Zange notgedrungen in die Nähe von blanken stromführenden Teilen. Mach bloss keinen Kurzen. – Viel Glück! – Bei mir hat es bisher in zwei von zwei Fällen geklappt.

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Der Kunststoff-Streifen passt nun nicht mehr zwischen Strom- und Balancer-Kabel. Mit der Nagelschere wird er passend gemacht und wieder auf den Akku aufgeklebt.

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Dann wird der Akku in ein Stück Schrumpfschlauch gesteckt. Leider habe ich kein so schönes Rot zur Verfügung wie ePower. Bei Flying Tom am Lager gibt’s die passenden Durchmesser nur in Transparent. Deswegen kann ich die ausgeschnittenen Etiketten einfach mit in den Schlauch legen und auf den Akku aufschrumpfen. Der Durchmesser des Schlauchs von 38 Millimetern ist etwas gross. Bei den Dimensionen dieses Akkus kommt er an die Grenzen seiner Schrumpffähigkeit. Der nächst kleinere verfügbare Schlauch mit 25 Millimetern ist aber schon zu klein. Heissluftfön, fertig.

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Ohne mich selber über gebühr loben zu wollen: Für’s erste Mal und nur 10 Minuten Arbeit ist das Ergebnis hervorragend. Die beiden Akkus halten über die ganze Länge das Zielmass von 30 Millimetern Breite ein. Dem Erstflug der Sunbird steht nichts mehr im Weg. Abgesehen vom fehlenden Flugwetter natürlich … und den unvollständigen Bauberichten (DE, EN).

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Vorher ⇒ Nachher
Passt!

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