Snipe 2 tiefergelegt

Nein, es geht hier nicht um Auto-Tuning. Die Zeiten, in denen ich als Prüfer-Schreck die MFKs heimsuchte, die sind nun wirklich vorbei. Die Snipe soll auch nicht besser sprinten oder schneller in die Kurve gehen. Etwas mehr Ausdauer könnte aber nicht schaden.

Der Jungfernflug der Snipe vor einer Woche war äusserst erfolgreich. Als einziges Manko kam die bescheidene Akku-Laufzeit ins Protokoll. Der schmalbrüstige 180er-Lipo gab bereits nach einer guten Viertelstunde auf. „Achtung, Akku-Spannung tief!“, meldete die ebenfalls erstmals eingesetzte Jeti DS-12 via Telemetrie. Die 15 Minuten mögen reichen für eine F3K-Aufgabe. Ausschweifendes Thermik- oder Hangsegeln führt hingegen schnell und sicher in die Energie-Krise.

Bild: Vladimirs Model, http://f3j.in.ua/

Die Telemetrie zur Überwachung der Empfänger-Spannung ist Teil des Problems. Ihre Sendeleistung lebt vom Empfänger-Akku. Zudem ist die aufwändige Mechanik zur Anlenkung der Querruder noch etwas schwergängig. Die kleinen X08N-Kraftpakete reissen das mühelos, brauchen aber entsprechend Strom.

Die Verwendung des kleinen Akkus ist aus der Not geboren. Form und Grösse der Snipe-Nase lassen nichts grösseres handelsübliches zu. Man könnte einfach ein Dutzend 180er nachkaufen. Dann wäre der DLG-Tag auch gerettet. Bei CHF 17 pro Stück ginge ein erkleckliches Sümmchen über den Tresen. Ein massgeschneiderter Lipo würde den vorhandenen Platz besser nutzen. Gegen 250 mAh lägen wohl drin. Ich weiss aber auch ohne Offerte meines Hoflieferanten Swaytronic, dass ich das nicht bezahlen möchte.

In Flying Tom’s Akku-Lager steht eine grössere Anzahl an 280 mAh 2s-Lipos aus verschiedenen Anwendungen zur Verfügung, z.B. von der UMX F-27 Stryker. Die passen aber wegen ihrer Höhe von 13 mm nicht unter die Haube der Snipe. Dort gehen nur 11 mm rein. Die 100 mAh mehr möchte ich aber haben. Und die zusätzlichen 5 g Gewicht tun nicht weh. Wir haben ja noch 7.5 g Blei in der Nase. Deshalb fällt der Entscheid für einen Umbau.

Das „tiefergelegt“ im Titel bezieht sich nur auf den Akku. An seiner Position wird die Oberfläche des Komponententrägers mir der Trennscheibe des Dremels entfernt. Das tut weh, denn das Carbon-Geflecht sieht halt schon super aus. Von der freigelegten tragenden Struktur müssen in der Höhe ebenfalls 2.5 mm weg. Die Nase hängt jetzt auf der Länge des Akkus nur noch an den zwei abgespeckten Holmen und der feinen Umrandung des Komponententrägers. Das hält so zwar noch, ist aber sehr anfällig auf Torsion, insbesondere mit dem Akku in Position im „Schleudergang“. Deshalb biege ich aus 0.3 mm Alu-Blech eine Akku-Wanne zurecht und harze sie mit Epoxy grosszügig ein. Das sieht auch gut aus, und die Nase erhält so ihre Steifigkeit zurück.

Der Lohn der Mühe:

  • Die Nase schliesst mit dem 280er besser als vorher mit dem kleinen Akku. So würde man auch den 350er Hacker reinbekommen. Der passt aber vom Stecker her nicht.
  • Unter der Haube sieht es besser und aufgeräumter aus.
  • Das Handling vor und nach dem Flug wurde einfacher, weil der Akku jetzt in einer Vertiefung liegt und nicht mehr bei Schräglage von der Plattform gleitet.
  • Zudem kann der Blei-Ballast von 7.5 auf 3 g reduziert werden. Der Schwerpunkt ist neu auf 68 mm eingestellt.

An Materialkosten sind nur wenige Rappen für das Bisschen Harz und Alu-Blech zusammengekommen. An Arbeit musste eine gute Stunde investiert werden, plus 1 Tag Aushärtung des Epoxys.

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