Hat leider nicht geKLAPPt!

Seine Majestät Flying Tom, selbsternannter und ungekrönter König der Schaumwaffeln gab sich die Ehre: Zum Saisonbeginn 2016 standesgemäss pompös mit der E-flite Carbon-Z T-28 Trojan. Der Staatsakt ging aber knapp an der Katastrophe vorbei: 

Gut sieht sie aus, die T-28. Das muss man schon sagen. Eine Augenweide!

Wir sind aber schon lange genug in der Szene. Unvoreingenommen von den optischen Qualitäten hatten wir uns vorgängig über die inneren Werte der Schönheit ins Bild gesetzt. Dabei kam der eine oder andere Makel zu Tage:

  • Plastikgabelköpfe der Ruderanlenkungen zu schwach
  • Keine Scharniere an den Landeklappen, sondern nur bruchgefährdete Schaumgelenke
  • Gefahr von Überlast auf dem BEC, vor allem wegen dem Einziehfahrwerk
  • Kein Backup der Stromversorgung
  • Kein Ein/Aus-Schalter
efl1350-action-27 Für uns galt an jenem Tag aber die Devise: „Ein derart teures BNF-Modell soll den Erstflug out-of-the-box absolvieren können. Das wird schon halten. Nachgerüstet wird später.“ So erhob sich die T-28 nach minimalstem Bauaufwand – aber nach ausgiebigem Pre-Flight-Check –  in die Lüfte.

Im Flug sieht sie mit eingezogenem Fahrwerk noch besser aus als am Boden (Bildquelle: Horizon Hobby). Und fliegen tut sie genau so.

Wir gönnten uns drei, vier Minuten Testflug, machten uns dann aber zeitig an die Landung. Das Verhängnis nahm seinen Lauf.

Hier die letzte Aufnahme unmittelbar vor dem Malheur. Die T-28 ist auf dem Downwind-Leg. Die Klappen sind schon draussen (und alle noch dran). Das Fahrwerk folgte als nächstes und dann die 180°-Kurve in die Pistenachse.

Was dann genau passierte, war aus der Distanz nicht genau zu erkennen. Die T-28 wurde beim Eindrehen auf die Piste in mageren zehn Metern Höhe plötzlich instabil um Hoch- und Längsachse. Man glaubte etwas weisses wegfliegen zu sehen.

Mit Ach und Krach und Nerven wie Drahtseilen konnte der Pilot den angeschlagenen Vogel auffangen und den Landeanflug ohne Bruch zu Ende bringen. Die T-28 hing aber ziemlich schief in der Luft.

Erst nach der Landung konnten wir das Ausmass des Schadens überblicken: Die linke Landeklappe war weg. Sauber entlang des Schaumgelenks – oder sollten wir eher sagen: entlang der Sollbruchstelle – abgerissen. Der schwache Plastik-Gabelkopf der Anlenkung vermochte die lose Klappe natürlich nicht mehr zu halten, was in diesem Fall wohl eher ein Vorteil war.

Zur Erinnerung: Dies war ein Erstflug. Das Modell kam frisch aus der Schachtel und hatte einen minutiösen Check hinter sich: Nichts war lose oder ausgeleiert, angerissen oder gebrochen. Vier Minuten Flug hatten ausgereicht, das Schaumgelenk auf der ganzen Länge abzureissen.

Erstflüge sind natürlich auch Testflüge. Gerne gebe ich zu, dass wir ausprobiert hatten was geht. Dabei waren Klappen und Fahrwerk auch mal bei „gut Halbgas“ draussen. Dass uns nach sowas ein Modell in Einzelteilen vom Himmel fällt war neu.

Die Landeklappe konnten wir zum Glück wieder finden, weit draussen im Gelände. Sie ist abgesehen vom Schaumgelenk unbeschädigt und wird sich unter Zukauf von etwas Kleinteilen wieder montieren lassen. Der finanzielle Schaden hält sich also in Grenzen.

Mein Ärger ist grundsätzlicher Natur: BNF zum Schweizer Einzelhandelspreis von CHF 670. – Müsste da nicht mindestens ein schadloser Erstflug drin liegen!? – Oder können wir in Zukunft nach RTF und BNF die noch zwanzig Prozent teurere Ausbaustufe BLS kaufen: Bind-and-Land-Safely?

Info und Anleitungen zum Beheben der Mängel gibt’s auf www.rc-network.de.

 

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