MIGflight DG-600 – Baubericht – Flügel

Last Update: 08.08.2121

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Ruderanlenkungen allgemein

Die mitgelieferten Ruderanlenkungen bereiten mir ein Wiedersehen mit ungeliebten alten Bekannten. Die RCRCM-Gabelköpfe können bei weitem nicht mit der Qualität des Bausatzes mithalten. Sie werden am besten gleich im Altmetall entsorgt. Die Ruderhörner dürfen belieben.

Ohne Worte: Oben RCRCM, unten Muldental.

Nun gilt es, sich an die Anlenk-Geometrie heranzutasten. Wir suchen die optimale Position des Servos und die maximal mögliche Länge des Servoarms um die benötigten Ruderausschläge zu erreichen.

Ich achte zudem darauf,

  1. dass der Servorahmen in einer Position eingeklebt wird, in welcher der Servo auch nach dem Einkleben noch ein- und ausgebaut werden kann, und dass der Anschluss an die Flügel-Verkabelung noch möglich ist.
  2. dass sich die Anlenkstange senkrecht zur Drehachse des Ruders bewegt, um seitwärts wirkende Kräft und Seitwärtsbewegungen des Gestänges zu verhindern.
  3. das der Servo-Arm seine Bewegung ausführen kann, ohne mit der Abdeckung des Servo-Schachts zu kollidieren.

(Übrigens: Für’s Fotografieren der zwei nachfolgenden Bilder wurden in der Eile die Servos von links in den rechten Flügel gelegt. Der Servoarm soll nach aussen, damit das Horn möglichst mittig im Ruder steht.)

Das Trennmittel lässt grüssen. Die weissen Stellen in der Vertiefung zum Servo-Schacht und an der Schacht-Abdeckung dürfen so nicht bleiben. Der Deckel muss ja auch noch auf Passung bearbeitet und der Gestänge-Tunnel gekürzt werden.

Servo-Rahmen einkleben

Der ab Werk angebrachte Servo-Schacht fluchtet mit dem Hauptholm. Das sieht am fertigen Modell schön gerade aus. Der Servo soll aber parallel zur Drehachse der Steuerfläche liegen. Deswegen muss der Rahmen in der Öffnung um ca. 3 Grad verdreht werden. Dazu kann der hintere Holm (na ja, das ist eigentlich kein Holm im tragenden Sinn, sondern nur der Abstandhalter für die beiden Flügelschalen) als Anschlag genommen werden.

Servo-Passung

Darum geht’s: Die Servos wackeln im Rahmen, weil die Öffnung in beide Richtungen ca. 0.4 mm zu gross ist. Das Problem war von Anfang an bekannt. Mit der Behebung habe ich aber bis nach dem Einkleben des Rahmens im Flügel gewartet. Die Passung hätte sich dadurch wieder verändern können.

Die Servos müssen spielfrei im Rahmen liegen. Entweder klebt man sie fest und geht davon aus, dass sie nie mehr oder dann mit der Brechstange ausgebaut werden. Oder man trägt die fehlenden 0.4 mm Material auf. Ich klebe auf 2 Seiten je einen Streifen starkes Papier ein. Passt.

Keine Lösung wäre der Versuch, die wackelnden Servos mit ihren Befestigungsschrauben im Rahmen festzuzurren. Das würde mit grosser Wahrscheinlichkeit bald wieder lockern und immer mehr ausleiern. Die Schrauben sollen nur das Herausfallen des Servos aus dem Rahmen verhindern.

Anlenkung der Querruder

Für das wiederholte Messen der Ausschläge beim Einlaufen der Scharniere und beim Herantasten an die Anlenkungsgeometrie schneide ich mir eine Schablone zurecht. Das mag angesichts der High-Tech-Messgeräte in meiner Werkstatt etwas hausbacken wirken. So brauche ich mir die Zahlen nur einmal zusammenzusuchen und zu überprüfen. In der Hitze des Gefechts und mit immer einer Hand zu wenig hat sonst schnell mal in der falschen Tabelle nachgeschaut oder sich beim messen vertan.

RichtungAnschlag 1.Maximum 2.
oben17 mm15 mm
unten17 mm15 mm
  1. Frühester zulässiger mechanischer Anschlag des Ruders im Flügel oder Totpunkt der Anlenkungsgeometrie. Eigene Zielsetzung mit Reserve gegenüber 2.
  2. Angestrebter maximaler über den Servo gesteuerter Ausschlag gemäss Spezifikation des Herstellers.

Die Schablone wird zusammen mit einem Stück Schaumstoff auf den Flügel geschoben.

Anlenkung der Wölbklappen

Natürlich auch mit Schablone.

RichtungAnschlag 1)Maximum 2)
Nach oben5 mm2 mm
Nach unten32 mm30 mm

Abdeckung der Servo-Schächte

Flügelanschluss

PinFarbeBelegung
1SchwarzEmpfängerstrom Minus
2RotEmpfängerstrom Plus
3GelbSignal Querruder
4WeissSignal Wölbklappe
5Grünnicht belegt
6Violettnicht belegt

Anschluss am Rumpf

Wegen den begrenzten Platzverhältnissen im Rumpf wird der Anschluss-Stecker von aussen angebracht.

Der MPX-Stecker ist an dieser Stelle stark exponiert, wenn die Flügel nicht montiert sind. Da lohnt sich die Investition von ein paar Franken in Schutzkappen.

Steckung

Winglets

Die Stifte sind im Winglet mit Sekundenkleber befestigt. Auf der Flügelseite werden sie nur eingesteckt, damit sie für den Transport wieder abmontiert werden können.

Mit den Winglets und der vollen Spannweite von 3400 mm wird’s dann schon eng auf der Baustelle.

Finish

Alle Unterseiten der Flügel und des Leitwerks sind in RAL 7016 lackiert. Gegenüber den weiss verbliebenen Oberflächen braucht es hier etwas mehr Zuwendung. Auf den dunklen Lackflächen sieht man jeden Fingerabdruck und sonstige Unsauberkeit. Die „versteinerten“ Rückstände der ab Werk vor Jahren angebrachten Klebestreifen für die Ruder-Fixierung werden extrem vorsichtig mit medizinischem Wundbenzin entfernt, um den Glanz nicht zu gefährden.

An allen bearbeiteten Stellen bricht das darunter liegende Weiss durch. Zum Abdecken dieser Lackschäden und für den UV-Schutz der Epoxy-Sockel der Ruderhörner mische ich den Farbton basierend auf den Tamyia Acryl-Glanzfarben X-1 Black (365 Teile), X-2 White (538 Teile) und X-3 Royal Blue (157 Teile) nach. Die Anzahl Teile sind Hundertstel-Gramm gemessen auf der Apotheker-Waage, also grob 2:3:1. Dass 7016 eine schwierige Farbe ist, zeigt sich an den unterschiedlichen Namen in den Farbtabellen: Grau, Anthrazit-Grau, Anthrazit, Blaugrau. Sie ist bedeutend blauer, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Bei jedem Licht anders.


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