3D-Drucker Prusa i3 MK3S+ – Das Unboxing

Der 3D-Druck war bei Flying Tom bisher keine Erfolgsgeschichte. Mit dem i3 MK3S+ von Prusa soll sich das ändern. Der Bausatz ist heute eingetroffen.

Vorgeschichte

Mein da Vinci 1 Pro 3-in-1 von XYZ-PRINTING war für meine Zwecke damals ein Fehlkauf. Ich wusste nicht genau, was ich brauchte. Deswegen nahm ich von allem ein wenig: 3D-Druck, Laser-Scanning und Laser-Gravur. – Coole Sache! Ein 3D-Fotokopierer.

Wegen dem Laser kam das Teil fertig montiert mit einem Gehäuse drum rum. Das versprach gegenüber den offenen Druckern mehr Ordnung und keinen Montage-Ärger. Erwiesen hat es sich aber als sehr unpraktisch. Es ist kaum zu sehen was in der Kiste drin läuft. Man hantiert immer mit Gummi-Armen und -Fingern um x Ecken rum. Zudem macht die raumgreifende Kiste die Modellbau-Werkstatt zumindest optisch kleiner.

Die verworren versionierten Software-Pakete waren nur unter grössten Mühen zum Laufen zu kriegen. Gekaufte 3D-Modelle wurden nicht verstanden. Community gibt’s im Internet so gut wie keine. Wo die dürftigen Hersteller-Infos nicht ausreichen, pröbelt man sich alleine durch oder lässt es irgendwann bleiben.

Nach einem halben Jahr stand mein da Vinci zum Verkauf. – 3D-Druck ade! – Der Fokus wanderte wieder zu den Faserverbund-Werkstoffen.

Neustart

Ich lerne aus meinen Fehlern. Deswegen starte ich diesen Sommer eine neue 3D-Druck-Initiative. Diesmal mit seriöser Vorbereitung und unter Berücksichtigung der obigen Mängelliste.

Eine Woche nach der Bestellung in Tschechien und der Überweisung von USD 776.88 für einen

Original Prusa i3 MK3S+ Bausatz – Farbe: Schwarz und Orange, Federstahldruckplatten: Federstahlplatte mit glatter doppelseitiger PEI-Beschichtung

inkl. Versand und nach der Bezahlung von weiteren CHF 73.90 für Zollbehandlung und Mehrwertsteuer in der Schweiz steht eine unerwartet kleine aber nicht weniger als 12 Kilogramm schwere Papp-Schachtel auf meinem Tisch.

Nicht nur einfach hergestellt, sondern mit Stolz in der Tschechischen Republik. Die Erwartungen steigen.

Dokumentation

Nach dem Öffnen der Box begrüsst einen ein A4-Blatt mit allen nötige Links auf die Dokumentation. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Es legen aber auch noch zwei gebundene Handbücher mit den gleichen Inhalten bei.

Und auch das Prüfprotokoll der Qualitätssicherung liegt bei.

Grundplatte

Y-Achse

Motoren

24V-Netzteil

Stromkabel

Hier gibt es einen kleinen Punktabzug: Das mitgelieferte Stromkabel (links) würde würde 30 Kilometer nördlich von hier in Deutschland in die Steckdose passen, nicht aber in meiner Schweizer Bastelstube. Bei dem Puff in der europäischen Stromstecker-Landschaft ist sowas keine Überraschung. Als erfahrener „Elektrogeräte-im-Ausland-Käufer“ hat man von den passenden Kabeln (rechts) stets reichlich Vorrat.

Kunststoffteile

Beschläge und Werkzeug

Filament

Gummibärchen

Hä?! – Will sich der Herr Prusa auf diese Weise bei seinen Kunden einschleimen. Das hat er aufgrund dessen, was ich bisher gesehen habe, gar nicht nötig. Ein Blick in die Manuals klärt auf: Die Gummibärchen bekommen im Zusammenbau eine didaktische Funktion.

Müllabfuhr

In diesem Standard-Kapitel meiner Unboxings beweine ich Bestandteile, welche ohne irgend einen Nutzen erbracht zu haben direkt in die Entsorgung wandern. Nicht weil sie schlecht oder kaputt sind, sondern weil ich sie nicht benötige. Teile notabene, welche ich bezahlt habe und, welche hergestellt und transportiert werden mussten. Dabei geht es nicht um die Verpackung. Die hat den Nutzen bei Lagerung und Transport bereits erbracht. Es geht um die Nutzlast.

Bei diesem Produkt hier ist die Müll-Ausbeute bescheiden:

  1. Papier-Manuals: Die brauche ich nicht. Viel lieber sind sie mir in elektronischer Form. Da kann ich nach belieben suchen, vergrössern, verlinken, kopieren etc.
    Vorschlag: Bestell-Option „mit/ohne Papier-Manuals“
    Entsorgung: Wertstoff Altpapier
  2. Montage-Werkzeuge: Was ein rechter Heimwerker ist, hat das alles schon in der Werkzeugkiste, und erst noch in viel besserer Qualität.
    Vorschlag: Werkzeug-Set als Aufpreis-Option anbieten. Wer’s braucht, soll’s extra kaufen.
    Entsorgung: Restmüll
  3. Netz-Kabel: Die sind für den Anbieter in ihrer Vielfalt schwierig zu beherrschen. Ich weiss nicht, wie viele deutsche Netzkabel ich schon unbenutzt entsorgt habe.
    Vorschlag: Lieber nichts liefern, als was falsches.
    Entsorgung: Elektroschrott

Erstes Fazit

Der Bausatz macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Es ist eine Freude die Teile in Händen zu halten. Ich freu mich auf den Bau.

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