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Am seidenen Faden

An dem hängt die Fliegerei bei Flying Tom noch nicht. Der Umgang mit den Fasern und ihren Verbundwerkstoffen, sei es Glas, Kohle oder Aramid, war aber bisher meist ein Pröbeln mit ungewissem Ausgang. Abgesehen von ein paar unansehnlichen Flickschustereien ist in dieser Sparte nichts gelaufen. Deswegen habe ich mal wieder die Schulbank gedrückt.

Swiss Composite, auch bekannt als Suter Kunststoffe AG, bietet einschlägige Kurse an. Der Praxiskurs Handlaminieren ist’s in meinem Fall. Eine Handvoll Profis und interessierte Amateure kommen an einem regnerischen Spätsommer-Freitag in Fraubrunnen zusammen um die widerspenstigen Gewebe zu zähmen.

Der eine renoviert seine 43 Fuss lange GFK-Yacht und will damit um die Welt segeln. Der andere braucht eine Sitzschale für sein Experimental-Flugzeug. Einer kommt aus der Baubranche, wo man die Vorzüge der Faserverbundwerkstoffe inzwischen auch schätzt. Der vierte will künstlerische und praktische Dinge für den Haushalt herstellen, und der fünfte arbeitet in der Material-Forschung. Zudem ist eine GFK-Replika eines Vintage-Ferraris im Bau. Allein schon das Fachsimpeln über diese Themen könnte für tagfüllende Unterhaltung sorgen.

Im Praxisteil wird ein Bootsrumpf hergestellt, wahlweise in Glas oder Carbon. Dank hervorragender Vorbereitung und Instruktion durch die Organisatoren kommen alle zu einem Erfolgserlebnis. Für mich ein Quantensprung: Nach dem bisherigen belanglosen Herumkleistern mit ausfransenden Geweben und ungeeigneten Harzen endlich mal arbeiten wie die Profis. Richtiges Material und richtige Werkzeuge richtig angewendet auf eine richtige Form unter der Leitung eines Sachverständigen. Und dies alles unter Berücksichtigung des Umweltschutzes, der Arbeitssicherheit und nicht zuletzt der Gesundheitsaspekte. Nicht alle Materialien sind ungefährlich. Vergiss Youtube!

Die nötige Theorie der Werkstoffe, ihrer Eigenschaften und ihrer Anwendungsgebiete kommt nicht zu kurz. Auch die fortgeschrittenen Laminiertechniken mit Vakuum, Infusion und Carbon-Prepregs werden gezeigt. Neben einem Diplom erhalten die Teilnehmer eine kompakte Dokumentation.

Derart gerüstet habe ich mir natürlich gleich ein Starter-Kit für den Flugzeugmodellbau zusammengestellt und von Suter liefern lassen. Alles für den Formenbau und das Laminieren mit Glas und Kohle. Damit gerät mein Hobby-Budget 2019 bereits im September tief in die Miesen. Für Bauspass durch die kalten Wintermonate ist aber gesorgt.

Noch vor einer Woche hätte ich nicht gewusst, was das alles ist. Geschweige denn, warum man aus der Fülle von Varianten gerade dieses nehmen sollte und was man damit macht:

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