Baubericht T-28 von E-flite – Klappen und Ruder

Letzte Änderung: 17.04.2016

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Motivation

Schaumwaffeln sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Uns ist aber schon beim Erstflug eine Landeklappe abgefallen. Da muss unbedingt nachgearbeitet werden um grösseren Schaden abzuwenden.

In den einschlägigen Foren war vor kurzem zu lesen, dass die T-28 aus neuerer Produktion bereits ab Werk über verklebte Landeklappen verfügen. Die grösste Gefahr ist also gebannt. Über die Scharniere kann man aber immer noch nachdenken. Vielleicht möchte man die fünfeinhalb Kilo des Modells nicht einem simplen Klebestreifen anvertrauen.

Beim Arbeiten an den Landeklappen sind uns auch die schwachen Gabelköpfe der Ruderanlenkung aufgefallen. Sie sind aus weichem Kunststoff.

Die Gabeln selber würden sicher etwas grössere Kräfte aushalten. Das dünne Stiftchen aber, welches die bewegliche Verbindung zwischen Ruderhorn und Schubstange macht, fällt wahrscheinlich schon ab, wenn man es nur etwas streng anschaut.

Scharniere für die Landeklappen

 

Pro Landeklappe verbauen wir drei Scharniere 39x20mm, KAVAN 0073/04.

Der Stift, welcher das Scharnier zusammenhält, lässt sich herausziehen. Das haben wir getan und die Scharniere wie Perlen auf die Kette in den gewünschten Abständen auf einen 1mm Stahldraht aufgezogen. Der Draht ist etwas länger als die Klappe. Er stellt sicher, dass die Achsen der drei Scharniere sauber fluchten und dass wir dadurch ein leichtgängiges Gelenk kriegen.

Mit dem Bastelmesser werden die Schnitte für die Scharnierhälften angebracht. Nur einfache Schnitte, keine „Löcher“ ausheben. Die Scharniere sollen für grösstmögliche Festigkeit in einem 45º-Winkel tief in den Flügel, resp. das Ruder gesteckt werden, nicht nur knapp unter die Oberfläche.

Vor dem Einkleben werden Klappenausschlag und Leichgängigkeit bei eingesetztem Stahldraht überprüft.

 

Festgeklebt werden die Scharniere mit UHU Por. Den lassen wir aber nicht gemäss Gebrauchsanweisung zuerst antrocknen, sondern verarbeiten ihn frisch. So können wir die Scharniere – immer noch mit eingesetztem Stahldraht – nach dem Kleben verschieben bis Achse, Flucht und Spaltmass wieder stimmen.

Die Könner werden es schaffen, die beweglichen Teile bei dieser Übung nicht zu besudeln. Wir anderen ziehen den Draht heraus und entfernen den überschüssigen Kleber von Scharnier und Draht. Dann wird der Draht wieder eingesetzt und die Prozedur solange wiederholt, bis wir sicher sind, dass wir versehentlich weder den Draht im Scharnier, noch die Klappe am Flügel festkleben.

Erst wenn alles in der richtigen Position ausgehärtet ist, entfernen wir den Draht und setzen die Scharnierstifte ein. Das Eindrücken der Stifte erfordert etwas Kraftaufwand. Am besten schiebt man den Stift mit einem Schraubenzieher ein, während man mit einem zweiten Schraubenzieher am Scharnier (nicht an der Klappe!) dagegen hält.

Kugel- statt Gabelköpfe

Die Plastik-Gabelköpfe müssen weg. Normalerweise verwenden wir in solchen Fällen Gabelköpfe aus Stahl. Die sind weitgehend unzerstörbar, wenn auch ein wenig fummelig bei der Montage.

Hier haben wir es mit Kugelgelenke KAVAN 0120/10 auf M2-Gewindestangen versucht. Diese haben den Vorteil, dass sie geometrische Unsauberkeiten in der Ruderanlenkung ausgleichen können, indem sie durch ihr Kugelgelenk seitliche Kräfte nicht direkt als Torsion oder andere ungute Momente an das Ruderhorn weitergeben. Das ergibt weniger Materialermüdung und weniger Ausleiern.

Ich bin nicht sicher, ob das hier wirklich nötig ist. Das Ergebnis sieht zwar gut aus, bei den nächsten Wartungsarbeiten an der T-28 werden es aber wieder die klassischen M2-Stahlgabeln sein. Weiterlesen ⇒

 

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